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Führung 2 - Naturpark/Obsthof mit dem Obsthof-Express

Führung mit Informationen zum Naturpark Steinhuder Meer, zum Moor und zum
Heidelbeer- und Obstanbau
Route: Blaubeerweg, Moor, Heide, Wasserwerk, Obsthof, Hofcafe


 
Das sehen Sie

Die Fahrt mit dem Obsthofexpress beginnt am Blaubeerweg am Rande des Weißen Moores. Zunächst orientiert sich der Zug in Richtung ehem. Funkturm. Später erleben Sie die reizvolle Heide- und Moorlandschaft des Naturparks Steinhuder Meer. Zum Schluss sehen Sie den vielfältigen Beerenobstanbau des Obsthofs Wassermann. Informationen zu den einzelnen Stationen erhalten Sie von unseren Gästeführerinnen.


Das Moor

Noch vor 300 Jahren waren mehr als 30 % der Fläche des norddeutschen Tieflandes mit Moor bedeckt. Zu diesen Mooren zählt auch das etwa 26 km² große Tote Moor. Es grenzt im Westen an das Steinhuder Meer, im Süden an die Stadt Wunstorf im Osten an Neustadt und im Norden bis an die Gemarkung Eilvese.

Das Steinhuder Meer dehnte sich vor mehreren tausend Jahren bis hierher aus. Die Bildung der Moore begann ca. 7000 vor Christi infolge von Klimaveränderungen. Der deutliche Temperaturanstieg führte zu verstärkten Niederschlägen auf 700 mm im Mittel. Heute kommen wir auf ähnliche Werte. Es entstanden dadurch Versumpfungszonen aus verlandeten Seen. Wo das Grundwasser bis an die Oberfläche reichte oder das Regenwasser wegen undurchlässiger Schichten sich sammelte, bildete sich im Laufe der Jahrtausende durch absterbende und dabei vertorfende Pflanzen und Moosen die Moore. Aus den so entstandenen und stetig wachsenden Flachmooren bildeten sich die Hochmoore.

Weiß-Torf
Auf den Schwarztorfschichten bildete sich Schicht um Schicht der Weiß-Torf. Im Weißen Moor, dem nördlichsten Teil des Toten Moores, erreichen diese Schichten ein Mächtigkeit von 1,5 m über dem Schwarztorf. Die Dicke der Schwarztorfschicht beträgt etwa 1m.

Die immer wieder beim Torfstechen gefundenen Baumreste belegen, dass das Moor stets Baumwuchs aufwies. Solange der Kontakt zum Grundwasser gegeben war, konnte sich die Erle behaupten, die regelrechte Bruchwälder bildete. Durch die stetige Aufwölbung des Moores riss der Grundwasserkontakt ab. Birken und Kiefern dominierten nun zunehmend den Bewuchs.

1975 haben wir bei Kultivierungsmaßnahmen einen 3690 Jahre alten Baumstamm im Moor gefunden. Das enorme Alter des Fundes wurde mithilfe der C14-Methode festgestellt. Diese Datierung gibt einen interessanten Hinweis auf die Geschichte des hiesigen Moores.

Bis in das 19. Jahrhundert blieben die Hochmoore weitgehend unberührt. Sie galten als lebensfeindlich und unheimlich und wurden deshalb gemieden. Moorleichenfunde bestätigen im Nachhinein die Auffassung vom „schaurigen Moor“.

Moorleichen

Aber wie kamen diese Leichen ins Moor?
Neben den Menschenopfern im Rahmen kultischer Handlungen gab es auch Hinrichtungen als Resultat germanischer Rechtsprechung. Fesselungen an Händen und Füßen, Stricke um den Hals, Hieb- und Stichverletzungen lassen diesen Schluss zu.

Kultivierung der Moore

Wirtschaftliche Zwänge, staatliche Unterstützung und geeignete Konzepte ließen die Scheu vor dem Moor vergessen. Von den Moorrändern aus wurde die Ödlandkultivierung begonnen.

Tiefe Entwässerungsgräben senkten den Grundwasserspiegel so weit ab, dass der Torf abgebaut werden konnte. Zunächst wurde nur die untere Torfschicht, der Schwarztorf, als Brennmaterial abgebaut. Später, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, begann die Verarbeitung der jüngeren Hochmoorschichten. Der gewonnene Weißtorf wurde zu Dünge- und Streutorf verarbeitet. In Niedersachsen hat sich die Torfindustrie zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Auch die zunehmende Landwirtschaft hat durch die Grundwasserabsenkung und durch die Umwandlung von Moor- in Weideflächen sehr zur Veränderung der Moorgebiete beigetragen.

Diese Umgestaltung der Moore musste in Niedersachsen, dem moorreichsten Bundesland, fast zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit den Belangen des Natur- und Denkmalschutzes führen. Kein anderer Boden konserviert so hervorragend die Zeugnisse vergangener Zeiten. Die Funde von Moorleichen, hölzerne Kultfiguren und Weihegaben, Holzresten umgefallener Bäume, Funde von Fahrzeugen, Arbeitsgeräten und Bohlenwegen bestätigen das. Durch dieses Verhalten ist es möglich geworden, die Vegetations- und Klimageschichte der Nacheiszeit und die damit einhergehende Besiedlungsgeschichte im nördlichen Niedersachsen weiter aufzudecken.


Museum

Wir sind hier in Neustadt in der glücklichen Lage, im Schloss Landestrost ein Torfmuseum zu haben. Das Torfmuseum, dessen Grundstock eine Leihgabe des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung bildet, erzählt die Geschichte der Moore und des Torfes von ihrer Entstehung, über die Nutzung durch den Menschen und gibt Informationen zum Schutz der verbliebenden Moorflächen.
Die Ausstellung umfasst folgende Abteilungen:
1.) Entstehung der Moore und des Torfes
2.) Erste menschliche Spuren im Moor
3.) Frühe Nutzung der Moore und des Torfes
4.) Moor und Torf als Existenzgrundlage ab Mitte des 18. Jahrhunderts
5.) Anwendung des Torfs als Heilmittel
6.) Kultivierung und Torfabbau ab Anfang des 19. Jahrhunderts
7.) Verwendung und Weiterverarbeitung des Rohstoffs Torf
8.) Schutz der Moore gegen Ende des 20. Jahrhunderts

 

Weltweit Funken von Eilvese

Dass der Eilveser Funkturm im Jahre 1913 im Weißen Moor errichtet wurde war kein Zufall, sondern das Wissen um die Beschaffenheit und die Gestalt des Bodens unter dem Moor.
Die bereits abgetorften Flächen lassen erkennen, dass die Bodenstruktur nicht eben sondern wellig ist. Auf einer Sandinsel wurde der 258 m hohe und 40 t schwere Funkturm errichtet. Bis zu seiner Sprengung und Zerlegung im Jahre 1931 wurden von hier Nachrichten in alle Welt gefunkt, drahtlos bis nach Amerika. Es gibt Landkarten aus der Zeit, auf denen Neustadt nicht zu finden ist, wohl aber Eilvese, eben wegen der Bedeutung des Funkturms. Das einst verträumte Dorf Eilvese wurde zum Begriff für internationale Wissenschaft und Forschung.

Kaiser Wilhelm II befuhr den auch vom Obsthofexpress genutzten Weg mehrmals, um von hier in die ganze Welt zu funken. Heute erinnern nur noch die Fundamente an diese für Eilvese glorreiche Zeit.


  Naturpark

Die Fahrt mit dem Obsthofexpress führt durch verschiedene Teile des Naturparks Steinhuder Meer. Charakteristisch für den Naturpark ist die Vielfalt der Landschaft. Dicht beieinander findet der Besucher Hoch- und Niedermoore, Wasser mit Sandstrand und ausgedehnte Wälder und Heide. Große Teile des Naturparks Steinhuder Meer befinden sich im Wasserschutzgebiet.


  Obsthof Wassermann

Der Obsthofexpress fährt Sie natürlich auch in unsere Obstplantage mit vielen seltenen Obstarten und verschiedenen Obstneuheiten.

Vorbei geht es an Holundersträuchern. Es handelt sich um die großfrüchtigen Sorten „Sampo“ und „Haschberg“. Die Früchte werden von uns zu Saft verarbeitet.

Sie sehen die vitaminreiche, schwarze Johannisbeere der Sorte Tenah, die ebenfalls zu Saft verarbeitet wird.

Der Rhabarber „Holsteiner Blut“ wird z.T. in der Hof-Café-Küche verbraucht. Es werden davon Desserts und Kuchen zubereitet. Ein weiterer großer Teil wird an regionale Bäckereien und an den Einzelhandel verkauft.

Als weiteres Gehölz können Sie Sanddorn sehen. Es handelt sich um gezüchtete Sorten. „Pollmix“ ist die männliche, „Frugana“ ist die weibliche Sorte. Die Sanddornfrüchte werden ausschließlich für die Saftproduktion verwendet.




Wir haben auch die Aronie oder Apfelbeere angepflanzt. Sie hat wertvolle Inhaltsstoffe und zählt deshalb zu den unentdeckten Heilpflanzen. Die Früchte finden Verwendung in Marmeladen und Säften. Im Hof-Café werden sie zu Desserts und Kuchen veredelt.

Einen besonderen Stellenwert haben in unserem Betrieb die Kamtschatka-Beeren. Zurzeit haben wir 11 verschiedene Sorten im Ertrag. Wir testen und vergleichen die einzelnen Züchtungen. Die blauen Früchte sind länglich und weichfleischig, sehr aromatisch und Ende Mai bis Anfang Juni genussreif. Wir können sie gut im Einzel- und Großhandel absetzten.

Die nordische Quitte Namens „Cido“ kommt ursprünglich aus Lettland. Dort ist sie neben der Erdbeere und dem Apfel die wichtigste Obstsorte. Die Frucht ist sehr vielfältig verwendbar. Sie enthält mit über 100 mg je 100 g Fruchtfleisch deutlich mehr Vitamin C als die Zitrone.

Die „Josta“ ist eine Kreuzung zwischen schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Die Früchte gehen in den Verkauf und in unsere Hof-Café-Küche.

An Stachelbeeren führen wir 4 Sorten. Gelbe, grüne und rote Früchte ermöglichen uns vielseitige Verwendungen in der Küche. Auch hier geht ein Teil in den Handel.

Besonders stolz sind wir auf unseren Weinberg. Fünf sehr gute Traubensorten erfreuen uns jedes Jahr. Die Fruchtqualität ist so gut, dass die Trauben im Hofladen und im Plantagenverkauf guten Absatz finden. Leider mögen auch die Bienen und Wespen diese süßen Früchte. Die verunstalteten Trauben werden zu einem süffigen Traubensaft verarbeitet.

Die von uns gepflanzte Kiwisorte „Issai“, ebenfalls zu sehen, benötigt als Sonderform keinen männlichen Befruchter.

Als weitere Frucht können Sie Weinbeeren der Sorte „Rubes phoenicolasius“, eine sehr delikate Beere, sehen.

An Brombeeren haben wir drei Sorten im Obsthof. „Loch Ness“ und „Lubera Navaho“ sind wunderschöne, große, feste, schwarze Früchte. Die Sorte „Dormann Red“ ist eine rote Beere und sieht eigentlich nicht wie eine Brombeere aus.

Wesentlich bekannter sind weiß- und rotfruchtige Johannisbeeren. Wir führen 7 besonders aromatische und großfruchtige Sorten. Johannisbeeren werden als Frischwaren im Handel und im Hofladen verkauft.

Auch bei den Himbeeren haben wir eine große Sortenvielfalt. Die gelb-roten und schwarzfrüchtigen Sorten haben unterschiedliche Reifezeiten. Wir ernten sie bis in den Herbst hinein, bis zum Frost. In der Verwendung sind den Himbeeren kaum Grenzen gesetzt. Sie werden zu Marmeladen und Saft verarbeitet. Besonders gut eignen sie sich für Kuchen und Desserts. Auch gefrostet finden sie guten Absatz.


Rosencafé & Hofladen

Die Rundfahrt endet am Hof-Café. Kaminzimmer, Weinstube, Bauernstube und Raucher-Lounge laden zum Verweilen ein. An sonnigen Tagen empfehlen wir Ihnen unsere Terrasse und den Rosengarten. Das ehemalige Bauernhaus stammt aus dem Jahr 1791. Mit sehr viel Fachwerk besitzt es eine besondere Atmosphäre. Die Küche bedient sie mit sehr gepflegten Spezialitäten, gutem Kuchen, vielen leckeren Desserts und einem großen Getränkeangebot zu günstigen Preisen. Unsere Empfehlung ist der „Blaue Traum“, ein besonderes Dessert mit vielen Heidelbeeren.

Der angrenzende Hofladen bietet alle unsere Produkte aus der Plantage als Frischware oder verarbeitet an. Als Spezialität bieten wir aus Heidelbeeren an:

 

· Heidelbeerwein (lieblich)
· Heidelbeerwein (trocken)
· Heidelbeer-Dessertwein
· Heidelbeer-Schaumwein
· Heidelbeer-Secco (Perlwein)
· Heidelbeer-Nektar
· Heidelbeer-Likör
· Honig aus der Heidelbeerplantage
· Kartoffeln, Wurst, Präsente usw.

  
Oder ...
besuchen Sie nach der Führung das
Plantagen-Café und genießen Sie unsere Spezialitäten inmitten unserer Heidelbeeren.
Mehr ...

Unser Team freut sich auf Ihren Besuch.


Information für Reiseunternehmen...


 E-Mail:   info@obsthof-wassermann.de   |  Tel.: 0 50 32 - 40 34  |  Mobil 0 151 - 15 20 63 11  |   Fax. 0 50 32 - 65 564  |

Obsthof Wassermann GmbH & Co KG
im Naturpark Steinhuder Meer
Blaubeerweg 1, 31535 Neustadt

Mobil 0 151 - 15 20 63 11
Fax. 0 50 32 - 65 564



Rosencafe
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